Berufsbegleitend zur HR-Qualifikation: sechs Wege im Vergleich
Wer im Personalwesen arbeitet und sich formal weiterqualifizieren will, hat sechs ernsthafte Optionen. Sie unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern im Abschluss, im Zugang, im Zeitaufwand und darin, wofür sie später zählen.
Die Tabelle unten ist die Seite. Alles darunter ist die Ausführung ihrer Zeilen, in derselben Reihenfolge. Wer nach dreissig Sekunden wieder geht, hat trotzdem eine Antwort.
Jede Zeile ist unten ausgeführt. Die Kriterien sind diejenigen, die die Entscheidung tatsächlich bestimmen, und nicht diejenigen, die sich am besten bewerben lassen.
Die Grundregel der ganzen Tabelle in einem Bild: je formaler der Abschluss, desto länger der Weg. Die Lage der Punkte ist schematisch und beschreibt das Verhältnis zueinander, keine gemessenen Werte. Das Fernstudium fehlt bewusst, weil es eine Lieferform ist und quer zu allen fünf Punkten liegt.Die Entscheidung fällt zwischen Institutionen, nicht zwischen Broschüren. Wer den Grad verleiht, welche Ordnung gilt und welches Verfahren die Akkreditierung durchlaufen hat, steht nicht im Prospekt, sondern in öffentlichen Dokumenten.
Preise stehen bewusst nicht in dieser Tabelle. Sie unterscheiden sich zwischen Anbietern um ein Vielfaches und veralten schneller als jede Seite gepflegt wird. Was die Kosten treibt, steht im Abschnitt Kosten; aktuelle Zahlen gehören in datierte Beiträge.
Methode
Wie wir vergleichen, und warum nicht anders
Vergleichstabellen täuschen, wenn die Kriterien schlecht gewählt sind. Deshalb hier offen, welche sieben Kriterien in der Übersicht stehen und welche bewusst fehlen.
Warum diese sieben
Abschluss. Ein akademischer Grad, ein öffentlich-rechtlicher Fortbildungsabschluss und ein Anbieterzertifikat sind drei verschiedene Dinge mit drei verschiedenen Wirkungen. Das ist der größte Unterschied zwischen den Zeilen und steht deshalb zuerst.
Zugang. Entscheidet, ob eine Zeile für Sie überhaupt existiert.
Dauer. Der häufigste Abbruchgrund ist nicht der Inhalt, sondern die Länge.
Kostentreiber statt Preis, weil der Preis variabel ist und die Treiber stabil sind.
Qualitätsnachweis. Die eine Angabe, die sich unabhängig prüfen lässt.
Wofür es zählt. Der Punkt, an dem die meisten Entscheidungen schieflaufen, weil die Frage erst nach dem Abschluss gestellt wird.
Was bewusst fehlt
Rankings fehlen, weil sie für deutsche berufsbegleitende Programme kaum aussagekräftig sind und überwiegend internationale Vollzeitprogramme abbilden. Gehaltsversprechen fehlen, weil der Zusammenhang zwischen Abschluss und Gehalt von Branche, Region, Unternehmensgröße und Verhandlung abhängt und keine seriöse Einzelzahl hergibt. Namen einzelner Anbieter fehlen, weil sich Programme, Gebühren und Akkreditierungsstände ändern und eine Seite, die Anbieter nennt, im Jahr darauf falsch ist.
Der eine Satz, der die ganze Tabelle zusammenfasst. Je formaler der Abschluss, desto länger, teurer und prüfbarer ist der Weg dorthin. Keine Zeile ist besser als die andere; sie beantworten verschiedene Fragen.
Weg 1 · Akademischer Grad
Weiterbildender MBA mit HR-Schwerpunkt
Generalistisches Managementstudium mit Personal als Schwerpunkt, gedacht für Leute, die bereits HR machen und darüber hinauswachsen wollen.
Am besten für
Berufserfahrene mit erstem Hochschulabschluss, die in Richtung Bereichs- oder Geschäftsleitung gehen und dafür Finanzen, Strategie und Recht genauso brauchen wie Personalthemen.
Am schlechtesten für
Wer fachliche Tiefe im Personalwesen sucht. Ein MBA bleibt in jedem Einzelfach breiter und flacher als ein Fachmaster, und das ist Absicht.
Was dahintersteckt
Der MBA ist in Deutschland ein weiterbildender Studiengang. Das bedeutet rechtlich mehr als ein Etikett: weiterbildende Masterstudiengänge setzen neben dem ersten Hochschulabschluss qualifizierte Berufserfahrung voraus, in der Regel mindestens ein Jahr, bei MBA-Programmen üblich ein bis zwei Jahre. Wer direkt nach dem Bachelor einsteigen will, ist hier meist falsch, und das ist kein Formfehler, sondern die Konstruktion des Formats.
Inhaltlich ist ein MBA generalistisch: Rechnungswesen, Finanzierung, Strategie, Marketing, Recht, Führung, dazu der gewählte Schwerpunkt. Der Wert liegt weniger im HR-Teil, den erfahrene Personaler oft schon kennen, als in den Fächern daneben. Wer in HR-Leitungsfunktionen will, scheitert selten an Personalkenntnis und häufig daran, ein Budget zu verteidigen oder einen Business Case zu rechnen.
Worauf konkret zu achten ist
Wer verleiht den Grad. Akademien und Institute kooperieren oft mit einer Hochschule, die den Abschluss vergibt. Diese Trennung muss im Gespräch klar benannt werden, und sie steht später auf der Urkunde.
Welche Akkreditierung. Programm oder System, von welcher Agentur, bis wann. Siehe den Abschnitt Akkreditierung.
Präsenzrhythmus. Wochenendblöcke, Wochenmodule oder gemischt. Das entscheidet über Reisekosten und darüber, ob der Urlaub reicht.
ECTS und Abschlussarbeit. Umfang und Zeitpunkt der Masterarbeit bestimmen die Belastung im letzten Drittel, in dem die meisten Abbrüche passieren.
Deutscher MBA und internationaler MBA sind zwei Produkte
Was im angelsächsischen Raum unter MBA verstanden wird, ist häufig ein einjähriges Vollzeitprogramm mit Aufnahmeprüfung, hohem Preis und einem Netzwerk als zentralem Verkaufsargument. Der deutsche berufsbegleitende MBA ist etwas anderes: er läuft neben dem Beruf, dauert länger, kostet in der Regel deutlich weniger und verzichtet meist auf standardisierte Aufnahmetests.
Daraus folgen zwei praktische Konsequenzen. Erstens sind internationale Rankings für die Auswahl eines deutschen berufsbegleitenden Programms weitgehend nutzlos, weil sie andere Formate bewerten. Zweitens ist die Netzwerkwirkung anders gelagert: Sie entsteht nicht aus einem Jahrgang, der ein Jahr lang gemeinsam auf dem Campus lebt, sondern aus einer Gruppe, die sich alle paar Wochen für zwei Tage sieht. Das ist weniger intensiv und dafür berufsnäher, weil alle Beteiligten parallel in Unternehmen arbeiten.
Was ein MBA nicht leistet
Er ersetzt keine Berufserfahrung und er öffnet in Deutschland keine Türen automatisch. In Stellenausschreibungen für HR-Leitungsfunktionen steht selten ein MBA als Voraussetzung; verlangt werden einschlägige Jahre und nachgewiesene Verantwortung. Der Abschluss wirkt dort, wo er eine vorhandene Laufbahn plausibel macht, und kaum dort, wo er sie ersetzen soll.
Ebenso wenig ist er eine Eintrittskarte in die Unternehmensberatung oder ins Investmentbanking, auch wenn Werbematerial das gelegentlich nahelegt. Diese Wirkung haben einzelne internationale Programme, nicht das Format an sich.
Weg 2 · Akademischer Grad
Weiterbildender Fachmaster Personalmanagement
Dasselbe akademische Niveau wie der MBA, aber in der Sache tiefer und im Fach enger.
Am besten für
Wer Spezialist bleiben will: Arbeitsrecht, Vergütung, Personalentwicklung, Diagnostik, Arbeits- und Organisationspsychologie. Auch für alle, die wissenschaftlich weiterarbeiten möchten.
Am schlechtesten für
Wer den Sprung in allgemeine Führungsverantwortung sucht und dafür die betriebswirtschaftliche Breite braucht, die ein Fachmaster nicht liefert.
Was dahintersteckt
Fachmaster im Personalbereich gibt es sowohl konsekutiv, also direkt an den Bachelor anschließend, als auch weiterbildend mit Berufserfahrung. Die Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt: beim weiterbildenden Format gelten die beschriebenen Zugangsregeln mit Berufserfahrung, beim konsekutiven nicht, dafür ist es seltener berufsbegleitend studierbar.
Der Abschluss heißt je nach Ausrichtung Master of Arts oder Master of Science. Beide stehen auf derselben Stufe des Qualifikationsrahmens wie ein MBA. Wer glaubt, ein MBA sei akademisch höher, verwechselt Bekanntheit mit Niveau.
Worauf konkret zu achten ist
Psychologische Anteile. Programme mit starkem Diagnostik- oder A-und-O-Anteil haben oft andere Zugangsvoraussetzungen und sind für Quereinsteiger schwerer zugänglich.
Rechtsanteile. Arbeitsrecht veraltet schnell. Fragen Sie, wann das Modul zuletzt überarbeitet wurde und wer es unterrichtet.
Forschungsbezug. Entscheidet darüber, ob eine Promotion später realistisch bleibt.
Konsekutiv oder weiterbildend, und warum das praktisch zählt
Dieselbe Fachrichtung gibt es in zwei Bauformen, und sie verhalten sich im Alltag völlig unterschiedlich. Der konsekutive Master schließt inhaltlich an den Bachelor an, verlangt in der Regel keine Berufserfahrung und ist häufig als Vollzeitprogramm gedacht; er ist damit für Berufstätige oft schlicht nicht organisierbar. Der weiterbildende Master setzt Berufserfahrung voraus, ist auf Berufstätige zugeschnitten und kostet in der Regel Gebühren, auch an staatlichen Hochschulen.
Wer beides nebeneinander sieht, vergleicht also nicht zwei Varianten eines Produkts, sondern zwei Produkte mit demselben Abschlussnamen. Die Frage an die Hochschule lautet entsprechend nicht ob berufsbegleitend studierbar, sondern in welcher Bauform das Programm konzipiert wurde, denn davon hängen Zugang, Gebühren und Terminstruktur gemeinsam ab.
Wenn eine Promotion im Raum steht
Ein Fachmaster hält diesen Weg eher offen als ein MBA, aber auch das nicht automatisch. Entscheidend sind der Umfang der wissenschaftlichen Anteile, eine Masterarbeit mit echtem Forschungsbezug und Betreuungspersonen, die selbst publizieren. Wer die Möglichkeit ernsthaft offenhalten will, klärt vor der Einschreibung, welche Voraussetzungen die infrage kommenden Fakultäten an Masterabschlüsse von Fachhochschulen und Weiterbildungsprogrammen stellen. Diese Regeln unterscheiden sich erheblich und werden später nicht großzügiger.
Weg 3 · Format, nicht Abschluss
Fernstudium
Kein eigener Abschluss, sondern eine Lieferform. Die Zeile existiert, weil sie die Entscheidung oft stärker prägt als die Wahl zwischen MBA und Fachmaster.
Am besten für
Wer ländlich wohnt, häufig reist, Schichtdienst hat oder Betreuungspflichten. Auch für alle, deren Arbeitgeber keine festen Präsenztage freigibt.
Am schlechtesten für
Wer Struktur von aussen braucht. Die Abbruchquoten im Fernstudium sind nicht deshalb höher, weil der Stoff schwerer wäre, sondern weil niemand merkt, wenn man aufhört.
Was dahintersteckt
Ein Fernstudiengang kann zum MBA, zum Fachmaster oder zum Zertifikat führen; die Zugangsvoraussetzungen entsprechen dem jeweiligen Präsenzpendant. Was hinzukommt, ist eine zweite Prüfinstanz: Fernlehrgänge unterliegen in Deutschland einer eigenen Zulassungspflicht, die zusätzlich zur Akkreditierung des Studiengangs besteht und einen anderen Zweck hat, nämlich den Verbraucherschutz.
Die ehrliche Schwierigkeit ist die Selbststeuerung. Programme mit festen Online-Terminen, Lerngruppen und verbindlichen Zwischenabgaben haben messbar bessere Verläufe als reine Materialversand-Modelle. Danach sollte gefragt werden, und zwar vor der Einschreibung.
Worauf konkret zu achten ist
Verlängerung. Was kostet ein zusätzliches Semester, und wie oft nehmen Studierende es in Anspruch? Die zweite Zahl ist aufschlussreicher als die erste.
Betreuung. Wie schnell werden Fragen beantwortet, von Menschen oder von einem Forum?
Prüfungen. Wo finden sie statt, wie oft, und was passiert bei einem Fehlversuch?
Selbststeuerung lässt sich vorher testen
Wer unsicher ist, ob Fernlernen zum eigenen Naturell passt, muss das nicht raten. Zwei Wochen mit einem kostenlosen Online-Kurs in einem fremden Fach, zu festen Zeiten und mit schriftlichen Notizen, liefern eine brauchbare Antwort. Wer nach vier Tagen aufhört, wird es bei einem Programm über zwei Jahre ebenfalls tun, nur teurer.
Was im Fernstudium nachweislich hilft, ist nicht Disziplin im Allgemeinen, sondern äußere Struktur im Besonderen: feste Termine im Kalender statt freier Zeit, eine Lerngruppe mit Verabredungen, abgabepflichtige Zwischenleistungen und ein Arbeitsplatz, an dem nichts anderes passiert. Programme, die das organisieren, haben bessere Verläufe als Programme, die es den Studierenden überlassen. Fragen Sie konkret danach, statt sich auf eigene Vorsätze zu verlassen.
Der Vergleich, den man nicht sieht
Zwei Fernprogramme mit identischer Gebühr können sich in der Betreuung um ein Vielfaches unterscheiden. Vergleichbar wird das über drei Fragen: Wie viele Studierende betreut eine Lehrperson? Innerhalb welcher Frist wird eine fachliche Frage beantwortet, und ist diese Frist zugesagt oder erhofft? Gibt es synchrone Termine, an denen tatsächlich unterrichtet wird, oder besteht das Programm aus Material plus Prüfung?
Weg 4 · Teilqualifikation
Hochschulzertifikat oder CAS
Ein einzelnes Hochschulmodul mit ECTS-Punkten und Zertifikat, aber ohne akademischen Grad. Der am meisten unterschätzte Eintrag in dieser Tabelle.
Am besten für
Wer unsicher ist, ob ein mehrjähriges Programm ins eigene Leben passt, und das herausfinden will, bevor fünfstellige Beträge und zwei Jahre gebunden sind.
Am schlechtesten für
Wer einen Titel braucht, weil eine Stellenausschreibung oder eine interne Laufbahnregel einen Mastergrad verlangt. Ein Zertifikat ist kein Grad und wird auch keiner.
Was dahintersteckt
Zertifikatskurse an Hochschulen dauern Wochen bis wenige Monate, kosten einen Bruchteil eines Studiums und vergeben ECTS-Punkte. Diese Punkte sind der eigentliche Hebel: viele Hochschulen rechnen sie auf ein späteres Studium an, sodass der Testlauf nicht verloren ist, sondern vorgezogen wird.
Hinzu kommt ein praktischer Vorteil, der selten genannt wird. Ein Zertifikatskurs ist der billigste Weg, eine Hochschule kennenzulernen, bevor man sich für Jahre an sie bindet: Lehrqualität, Organisation, Erreichbarkeit und Umgangston zeigen sich innerhalb weniger Wochen.
Worauf konkret zu achten ist
Anrechenbarkeit, schriftlich. Auf welches Programm, in welchem Umfang, unter welchen Bedingungen und wie lange gültig.
Vergebende Stelle. Ein Zertifikat einer Hochschule und das eines Anbieters sind verschiedene Dinge, auch wenn beide Zertifikat heißen.
Prüfungsleistung. Ohne benotete Leistung gibt es in der Regel keine anrechenbaren Punkte.
Anrechenbar ist ein Wort, das eine Zusage braucht
Mündlich ist fast alles anrechenbar. Verbindlich wird es erst, wenn vier Angaben schriftlich vorliegen: auf welchen konkreten Studiengang angerechnet wird, in welchem Umfang in ECTS-Punkten, unter welchen Bedingungen, und wie lange die Zusage gilt. Fehlt eine davon, ist die Anrechnung eine Absichtserklärung und keine Planungsgrundlage.
Beachten Sie außerdem die übliche Obergrenze: Hochschulen rechnen in der Regel nur einen begrenzten Anteil eines Studiengangs aus vorherigen Leistungen an. Zertifikate sind deshalb ein guter Einstieg und kein Weg, ein Studium in Scheiben zusammenzusetzen.
Als Testlauf gedacht, nicht als Ersatz
Der sinnvollste Einsatz ist der Probelauf vor der großen Entscheidung: ein Modul, ein Semester, überschaubare Kosten. Danach wissen Sie drei Dinge, die vorher Spekulation waren. Ob das Thema trägt. Ob die Lernform zu Ihrem Alltag passt. Und ob diese Hochschule so organisiert ist, dass Sie sich ihr zwei Jahre anvertrauen möchten.
Weg 5 · Ohne Hochschule
IHK-Aufstiegsfortbildung
Ein öffentlich-rechtlicher Fortbildungsabschluss nach bundeseinheitlicher Prüfungsordnung, erreichbar ohne Studium und ohne Abitur.
Am besten für
Wer aus der Ausbildung kommt, im Personalbereich arbeitet und einen anerkannten Nachweis braucht, ohne den Hochschulweg zu gehen. In vielen Unternehmen ist dieser Abschluss in der Fachlaufbahn gleich viel wert und deutlich bekannter.
Am schlechtesten für
Wer international arbeiten will oder in ein Unternehmen möchte, das formal einen akademischen Grad verlangt. Ausserhalb Deutschlands ist das System kaum bekannt.
Was dahintersteckt
Aufstiegsfortbildungen im Personalbereich führen zu einem gepruften Abschluss nach einer bundeseinheitlichen Ordnung. Anders als bei Hochschulprogrammen ist der Inhalt damit weitgehend festgelegt, unabhängig davon, bei welchem Bildungsträger der Lehrgang besucht wird. Das nimmt eine ganze Klasse von Auswahlfehlern aus der Entscheidung heraus: verglichen werden Lehrgangsqualität und Preis, nicht der Abschluss selbst.
Der Abschluss ist im Deutschen Qualifikationsrahmen eingeordnet und steht dort auf einer Stufe, die ihn mit Hochschulabschlüssen vergleichbar macht. Vergleichbar heißt nicht gleich: ein Fortbildungsabschluss ist kein akademischer Grad und öffnet nicht automatisch denselben Zugang zu weiterführenden Studiengängen.
Worauf konkret zu achten ist
Träger, nicht Abschluss, vergleichen. Prüfungsquoten, Unterrichtszeiten, Ausfallregelungen.
Förderfähigkeit. Dieser Weg ist bei den klassischen Aufstiegsförderungen oft deutlich besser gestellt als ein zweites Hochschulstudium.
Anschluss. Falls später doch ein Studium folgen soll, vorher klären, welchen Zugang der Abschluss eröffnet.
Warum dieser Weg finanziell oft der günstigste ist
Hier liegt der eigentliche Unterschied zu den Hochschulwegen, und er wird selten deutlich ausgesprochen. Aufstiegsfortbildungen sind das klassische Zielgebiet der staatlichen Aufstiegsförderung, während ein zweites Hochschulstudium bei denselben Programmen regelmäßig herausfällt. Wer aus der Ausbildung kommt und zwischen Fortbildung und Studium schwankt, vergleicht deshalb nicht nur Gebühren, sondern auch die Förderfähigkeit, und der Abstand kann erheblich sein.
Hinzu kommt die Zeitstruktur. Lehrgänge laufen häufig abends und an Samstagen über ein bis zwei Jahre, ohne mehrtägige Präsenzblöcke mit Reise und Übernachtung. Für wer mit Familie oder Schichtdienst arbeitet, ist das der praktisch entscheidende Punkt, und er taucht in keinem Gebührenvergleich auf.
Die Einordnung, die Missverständnisse erzeugt
Fortbildungsabschlüsse sind im Deutschen Qualifikationsrahmen eingeordnet und erreichen dort Stufen, die mit Hochschulabschlüssen vergleichbar sind. Daraus wird häufig abgeleitet, der Abschluss sei einem akademischen Grad gleichgestellt. Das ist er nicht. Die Einordnung beschreibt das Kompetenzniveau, nicht die rechtliche Gleichsetzung: ein Fortbildungsabschluss berechtigt nicht automatisch zum Führen eines akademischen Grades und eröffnet nicht ohne Weiteres denselben Zugang zu weiterführenden Studiengängen.
Umgekehrt gilt genauso: in vielen deutschen Unternehmen ist der Fortbildungsabschluss im Personalbereich bekannter, konkreter und für eine Fachlaufbahn mindestens so wirksam wie ein Mastertitel. Welche Währung zählt, hängt vom Arbeitgeber ab, und das lässt sich im eigenen Umfeld herausfinden, bevor man sich entscheidet.
Weg 6 · Ohne Abschluss
Inhouse- und Anbieterprogramme
Seminare, Zertifikatsreihen und interne Entwicklungsprogramme. Sie verbessern Fähigkeiten und verändern den Lebenslauf kaum.
Am besten für
Eine konkrete Lücke, die jetzt geschlossen werden muss: Arbeitsrecht für den nächsten Konfliktfall, Vergütungssystematik vor einer Umstellung, ein Diagnostikverfahren für die Auswahl.
Am schlechtesten für
Wer eine formale Qualifikation sucht. Anbieterzertifikate werden ausserhalb des eigenen Unternehmens unterschiedlich und oft gar nicht gewertet.
Was dahintersteckt
Diese Zeile steht in der Tabelle, weil sie der häufigste Weg ist und selten als Alternative betrachtet wird. Für viele Fragestellungen ist sie die richtige Antwort: schnell, zielgenau, meist vom Arbeitgeber bezahlt und ohne jahrelange Bindung.
Der Fehler besteht darin, sie mit einer Qualifikation zu verwechseln. Ein Stapel Teilnahmebescheinigungen ersetzt keinen Abschluss, und bei einer externen Bewerbung wird er auch nicht so gelesen. Wer beides braucht, sollte beides planen, statt zu hoffen, dass das eine irgendwann in das andere übergeht.
Worauf konkret zu achten ist
Übertragbarkeit. Ist das Zertifikat ausserhalb des Hauses irgendetwas wert, und wenn ja, wem?
Verpflichtungen. Auch kurze Programme kommen mit Rückzahlungsklauseln.
Dokumentation. Lassen Sie sich Inhalte und Umfang schriftlich geben; ohne Stundenzahl und Inhaltsangabe ist spätere Anrechnung ausgeschlossen.
Wie man diese Zeile trotzdem zählbar macht
Teilnahmebescheinigungen altern schlecht, Arbeitsergebnisse nicht. Wer über Jahre Seminare besucht, sollte parallel dokumentieren, was daraus im Betrieb entstanden ist: ein überarbeitetes Auswahlverfahren, eine eingeführte Vergütungssystematik, eine Betriebsvereinbarung, an der man mitgearbeitet hat. Das ist der Teil, der in einem Bewerbungsgespräch trägt, und er geht ohne Mitschrift verloren.
Zwei Gewohnheiten reichen. Nach jedem Programm eine halbe Seite: was gelernt, was davon angewendet, mit welchem Ergebnis. Und die Bescheinigungen mit Stundenzahl und Inhaltsangabe sammeln, weil manche Hochschulen umfangreiche Anbieterprogramme teilweise anerkennen, wenn Inhalt und Umfang nachvollziehbar belegt sind.
Der wichtigste Abschnitt
Akkreditiert heißt drei verschiedene Dinge
Die Frage ob ein Studiengang akkreditiert ist klärt fast nichts, weil mit demselben Wort drei verschiedene Verfahren bezeichnet werden. Die brauchbare Frage lautet: von wem, in welchem Verfahren, und wann zuletzt.
Art
Was geprüft wurde
Was daraus folgt
Programmakkreditierung
Der einzelne Studiengang: Konzept, Ressourcen, Prüfungssystem, Studierbarkeit
Eine externe Stelle hat genau dieses Programm angesehen
Systemakkreditierung
Das interne Qualitätssicherungssystem der Hochschule
Die Hochschule akkreditiert ihre Programme selbst. Dieses Programm wurde extern nicht einzeln geprüft, was kein Mangel ist, aber etwas anderes
Internationale Schul-Siegel
Die Business School als Institution, nach internationalen Maßstäben
Sagt nichts über die staatliche Anerkennung eines deutschen Abschlusses. Es sind Marktsignale, keine Zulassungsvoraussetzung
Zwei Verfahren im selben System, und ein drittes daneben, das nur so heißt. Die gestrichelte Umrandung rechts ist keine Wertung, sondern die Feststellung, dass internationale Schul-Siegel und deutsche Studiengangsakkreditierung verschiedene Fragen beantworten.
Wer über den Agenturen steht
Die Agenturen akkreditieren nicht aus eigenem Recht. Sie werden vom Akkreditierungsrat zertifiziert, getragen von der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen, auf Grundlage der Studienakkreditierungsverordnung. Der Rat setzt die Kriterien und die Verfahrensregeln; die Agenturen führen die Verfahren durch.
Die FIBAA ist eine dieser Agenturen, zugelassen für Programm- und Systemakkreditierung und auf wirtschafts-, rechts- und sozialwissenschaftliche Studiengänge spezialisiert. Weitere Agenturen arbeiten in denselben Verfahren mit anderen fachlichen Schwerpunkten. Welche Agentur zuständig war, ist für die Gültigkeit unerheblich, für das Gespräch mit dem Anbieter aber aufschlussreich: wer die Frage nicht beantworten kann, kennt das eigene Verfahren nicht.
Selbst nachsehen statt fragen. Akkreditierungen sind öffentlich dokumentiert und befristet. Statt sich eine Aussage geben zu lassen, lässt sich der Eintrag in der Datenbank des Akkreditierungsrats direkt nachschlagen, samt Verfahrensart und Geltungszeitraum. Das dauert wenige Minuten und ist die einzige Angabe in der gesamten Auswahl, die sich ohne Vertrauensvorschuss überprüfen lässt.
Befristet, mit Auflagen, oder abgelaufen
Akkreditierungen gelten auf Zeit und werden danach erneuert. Zwischen den Verfahren kann es Phasen geben, in denen ein Programm auf eine Verlängerung wartet, und es gibt Akkreditierungen, die mit Auflagen erteilt wurden, also mit Nachbesserungen innerhalb einer Frist. Beides ist nicht ungewöhnlich und sagt für sich genommen wenig über die Qualität der Lehre.
Wichtig ist es trotzdem, aus einem einfachen Grund: Wer sich für zwei Jahre bindet, sollte wissen, ob der Status während der eigenen Studienzeit ausläuft, und was dann passiert. Die Frage lautet also nicht nur ob akkreditiert, sondern bis wann, und was für bereits eingeschriebene Studierende gilt, falls eine Erneuerung scheitert. Eine Hochschule, die das klar beantwortet, hat sich die Frage schon einmal gestellt.
Was Akkreditierung nicht bedeutet
Sie ist eine Qualitätsprüfung des Verfahrens und der Ausstattung, keine Bewertung der Lehre im Einzelnen und kein Ranking. Ein akkreditiertes Programm kann schlecht unterrichtet sein, und ein hervorragender Dozent macht ein nicht akkreditiertes Programm nicht zu einem anerkannten Abschluss. Die beiden Fragen sind getrennt zu stellen.
Zugang
Mit Erststudium, und ohne
Weiterbildende Masterstudiengänge setzen in der Regel einen ersten Hochschulabschluss und qualifizierte Berufserfahrung von mindestens einem Jahr voraus. Bei MBA-Programmen ist Berufserfahrung nahezu immer Bedingung, üblich sind ein bis zwei Jahre. Die konkreten Anforderungen setzt die Hochschule im Rahmen des Landeshochschulgesetzes, sie unterscheiden sich also zwischen Bundesländern und zwischen Anbietern.
Ohne Bachelor: möglich, aber nie voraussetzungslos
Für beruflich Qualifizierte gibt es in mehreren Bundesländern Wege in ein weiterbildendes Masterstudium ohne ersten Hochschulabschluss. Typischerweise verlangt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung, mehrjährige einschlägige Berufserfahrung, häufig nachgewiesene Fach- oder Führungsverantwortung sowie eine Eignungsprüfung oder ein Aufnahmegespräch. In der Praxis werden an vielen Hochschulen mehrere Jahre Erfahrung in einer einschlägigen Position erwartet, dazu Motivationsschreiben und Lebenslauf.
Dieser Weg ist real und er ist kein Hintereingang. Er ist nur selten so bequem, wie Werbematerial ihn darstellt, und er wird von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich ausgestaltet. Wer ihn gehen will, sollte früh und schriftlich klären, welche Nachweise verlangt werden und wann die Eignungsprüfung stattfindet, weil sie häufig nur zu bestimmten Terminen angeboten wird.
Was im Zweifel vorher zu klären ist
Zählt meine Berufserfahrung? Qualifiziert heißt einschlägig und auf einem bestimmten Niveau, nicht einfach beschäftigt gewesen.
Zählen Ausbildungszeiten mit? Häufig nicht, und das verschiebt den frühesten Starttermin um Jahre.
Welche Nachweise genau? Zeugnisse, Arbeitsverträge, Tätigkeitsbeschreibungen, teils Arbeitgeberbestätigungen.
Ausländische Abschlüsse? Bewertung und Anerkennung brauchen Vorlauf, der regelmäßig unterschätzt wird.
Fristen. Eignungsprüfungen und Bewerbungsschlüsse liegen oft Monate vor Studienbeginn.
Abschlüsse aus dem Ausland
Wer einen Hochschulabschluss aus dem Ausland mitbringt, braucht einen zusätzlichen Schritt und dafür Vorlauf. Deutsche Hochschulen prüfen, ob der Abschluss dem geforderten deutschen Niveau entspricht, und stützen sich dabei auf die Bewertungen der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen und auf die öffentliche Datenbank zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse. Dort lässt sich vorab nachsehen, wie eine Hochschule und ein Abschluss eingestuft sind.
Drei Dinge dauern dabei regelmäßig länger als geplant: die Beschaffung beglaubigter Kopien aus dem Ausgangsland, amtlich anerkannte Übersetzungen, und bei manchen Programmen ein Sprachnachweis, dessen Prüfungstermine begrenzt sind. Wer diesen Weg gehen muss, rechnet besser mit Monaten als mit Wochen und beginnt vor der eigentlichen Bewerbung.
Zu unterscheiden ist das von der berufsrechtlichen Anerkennung: Für den Hochschulzugang zählt die Bewertung des akademischen Abschlusses, nicht die Anerkennung eines Berufsabschlusses. Beides sind getrennte Verfahren mit getrennten Zuständigkeiten.
Die Abstände zeigen die Reihenfolge, nicht die Dauer. Entscheidend sind die beiden rot markierten Punkte: Eignungsprüfung und Bewerbungsschluss finden an festen Terminen statt und sind der häufigste Grund, warum sich ein Start um ein halbes Jahr verschiebt.
Der Zeitplan, den fast alle zu spät aufstellen
Zwischen dem Entschluss und dem ersten Studientag liegen mehr Schritte als erwartet, und mehrere davon haben feste Termine, die nur ein- oder zweimal im Jahr stattfinden. Wer rückwärts vom gewünschten Studienbeginn plant, kommt auf eine Vorlaufzeit von mehreren Monaten.
Unterlagen zusammentragen. Zeugnisse, Arbeitsverträge, Tätigkeitsbeschreibungen, bei Bedarf Arbeitgeberbestätigungen. Der längste Posten, wenn Dokumente bei früheren Arbeitgebern liegen.
Ausländische Abschlüsse bewerten lassen. Braucht eigenen Vorlauf und wird regelmäßig unterschätzt.
Eignungsprüfung anmelden, falls Sie ohne ersten Hochschulabschluss zugelassen werden wollen. Termine sind begrenzt.
Bewerbung einreichen vor dem Bewerbungsschluss, der oft Monate vor Semesterbeginn liegt.
Finanzierung klären, einschließlich Arbeitgebergespräch und etwaiger Förderanträge mit eigenen Fristen.
Freistellung abstimmen, sobald der Präsenzkalender vorliegt und bevor die Urlaubsplanung des Teams steht.
Die Zugangsregeln stehen in den Landeshochschulgesetzen und in den Prüfungs- und Zulassungsordnungen der einzelnen Hochschulen. Beides wird geändert. Maßgeblich ist immer die aktuelle Ordnung der Hochschule, bei der Sie sich bewerben.
Der Alltag
Wie ein berufsbegleitendes Studium tatsächlich abläuft
Zwischen Zusage und Abschluss liegen zwei Jahre, über die in Informationsveranstaltungen auffällig wenig gesprochen wird. Sie entscheiden darüber, ob das Vorhaben hält.
Module statt Semester
Berufsbegleitende Programme sind in Module gegliedert, die nacheinander statt parallel laufen. Ein Modul besteht typischerweise aus Vorbereitungsmaterial, einer Präsenz- oder Online-Phase und einer Prüfungsleistung, und schließt ab, bevor das nächste beginnt. Das ist der entscheidende Unterschied zum grundständigen Studium: Es gibt selten eine Klausurenphase, in der sechs Fächer gleichzeitig fällig sind, dafür einen fast durchgehenden Takt ohne ruhige Wochen.
Welche Module in welcher Reihenfolge laufen, steht im Modulhandbuch, welche Leistungen verlangt werden und unter welchen Bedingungen man wiederholen darf, in der Studien- und Prüfungsordnung. Beide Dokumente sind öffentlich, beide sind trocken, und beide beantworten vorab die Fragen, die später teuer werden. Lesen Sie wenigstens die Abschnitte zu Prüfungsversuchen, Fristen und Beurlaubung.
Der Hörsaal ist der sichtbare Teil und der kleinere. Berufsbegleitend entfällt der größere Teil der Arbeit auf die Wochen zwischen den Präsenzphasen, und genau dieser Teil taucht im Terminkalender nicht auf.
Prüfungsformen, und welche berufstätig am schwersten sind
Form
Was verlangt wird
Belastung neben dem Beruf
Klausur
Prüfung unter Aufsicht zu festem Termin
Planbar, aber ortsgebunden und schlecht verschiebbar
Hausarbeit
Schriftliche Ausarbeitung über mehrere Wochen
Flexibel im Zeitpunkt, hoch im Gesamtaufwand, verschiebt sich gern ans Ende
Fallstudie
Bearbeitung eines realen oder konstruierten Falls, oft in der Gruppe
Abhängig von der Gruppe, Terminfindung ist das eigentliche Problem
Präsentation
Vortrag mit anschließender Diskussion
Geringer Schreibaufwand, hoher Vorbereitungsaufwand kurz vor dem Termin
Transferarbeit
Anwendung auf das eigene Unternehmen
Am effizientesten, weil Studium und Arbeit zusammenfallen. Klären Sie Vertraulichkeit vorher
Gruppenleistungen sind der Punkt, an dem berufsbegleitende Programme am häufigsten knirschen, weil fünf Berufstätige in drei Zeitzonen und zwei Schichtmodellen einen gemeinsamen Termin finden müssen. Fragen Sie vor der Einschreibung, wie hoch der Gruppenanteil ist und wie die Hochschule mit ausfallenden Gruppenmitgliedern umgeht.
Die Masterarbeit, und warum sie das Programm entscheidet
Die Abschlussarbeit umfasst einen erheblichen Teil der Gesamtpunkte und fällt in die Phase, in der die Motivation am niedrigsten und die Routine am stärksten ist. Wer das Thema früh wählt, idealerweise mit Bezug zum eigenen Arbeitsplatz, verschafft sich zwei Vorteile: der Zugang zu Daten und Gesprächspartnern ist geklärt, und die Arbeitszeit, die hineinfließt, ist nicht vollständig zusätzlich.
Zwei Dinge gehören vorher geklärt. Ob das Unternehmen einer Arbeit über interne Sachverhalte zustimmt, schriftlich und mit Festlegung, was veröffentlicht werden darf. Und wie die Betreuung organisiert ist: Wie oft gibt es Rückmeldung, in welcher Frist, und was passiert, wenn die betreuende Person wechselt.
Abbruch: wann er passiert und was hilft
Abbrüche häufen sich an zwei Stellen. Die erste liegt im ersten halben Jahr, wenn die Belastung konkret wird und die anfängliche Begeisterung nachlässt. Die zweite liegt vor der Abschlussarbeit, wenn die Module abgearbeitet sind und ein großes, unstrukturiertes Stück Arbeit übrig bleibt.
Was nachweislich hilft, ist unspektakulär: feste Lernzeiten im Kalender statt freier Abende, eine kleine verbindliche Lerngruppe, früher Beginn der Abschlussarbeit, und die Möglichkeit einer Beurlaubung statt eines Abbruchs. Letztere steht in jeder Prüfungsordnung und wird kaum genutzt, weil kaum jemand weiß, dass es sie gibt. Ein Urlaubssemester wegen Krankheit, Elternzeit oder beruflicher Belastung ist ein geregelter Vorgang und keine Niederlage.
Kosten
Was es wirklich kostet
Die Studiengebühr ist der sichtbarste und selten der größte Posten. Wer zwei Programme vergleicht, vergleicht sinnvoll nur die Summe aller Posten über die gesamte Laufzeit.
Posten
Was ihn treibt
Wo er versteckt wird
Studien- oder Lehrgangsgebühr
Format, Dauer, Betreuungsintensität, Träger
Angabe pro Semester statt gesamt
Prüfungs- und Verwaltungsgebühren
Anzahl der Prüfungen, Wiederholungen, Abschlussarbeit
Nicht in der Hauptgebühr enthalten
Reise und Übernachtung
Präsenzrhythmus und Entfernung
Gar nicht erwähnt, obwohl über zwei Jahre erheblich
Taucht in keiner Preisliste auf und ist oft der größte Posten
Die Aufteilung ist schematisch und unterscheidet sich je nach Programm. Der Punkt ist nicht das Verhältnis, sondern welcher der beiden Blöcke im Terminkalender sichtbar wird, wenn man ein Programm auswählt.
Die Zeitrechnung, die niemand aufmacht
Rechnen Sie den Aufwand über die ECTS-Punkte und nicht über den Präsenzkalender. Ein ECTS-Punkt steht für einen definierten Arbeitsaufwand, der Selbststudium und Prüfungsvorbereitung einschließt. Aus Gesamtpunktzahl und Programmdauer ergibt sich eine realistische Wochenbelastung, und die liegt fast immer deutlich über dem, was die Präsenztermine vermuten lassen. Wer diese Rechnung vor der Einschreibung aufmacht, trifft eine andere und meist bessere Entscheidung.
Drei vollständige Angebote, nicht drei Preise
Der einzige Vergleich, der trägt, ist eine Aufstellung über die gesamte Laufzeit, in derselben Struktur, von mindestens drei Anbietern. Verlangt wird dafür nichts Ungewöhnliches: eine schriftliche Gesamtkostenübersicht einschließlich aller Prüfungs-, Verwaltungs- und Wiederholungsgebühren, der Präsenzkalender über die volle Dauer, und die Konditionen für ein zusätzliches Semester.
Ein Anbieter, der das nicht liefert, hat die Zahlen entweder nicht oder möchte sie nicht nebeneinandergelegt sehen. Beides ist ein Ergebnis. Rechnen Sie anschließend die Reisekosten anhand des realen Kalenders und Ihrer eigenen Entfernung dazu, weil genau dieser Posten zwischen zwei sonst ähnlichen Programmen den Ausschlag geben kann.
Hier entsteht der Posten, der in keiner Preisliste steht. Selbststudium, Literatur und Prüfungsvorbereitung machen den Hauptteil der ECTS-Punkte aus, und sie kosten Zeit, die anderswo fehlt.
Der Posten, der nirgends steht
Zeit ist in diesem Vergleich kein weicher Faktor, sondern der größte Einzelposten. Wer über zwei Jahre regelmäßig Urlaubstage für Präsenzphasen einsetzt, Überstunden nicht abbaut oder die Arbeitszeit reduziert, trägt Kosten, die in keinem Angebot auftauchen und die sich dennoch beziffern lassen. Setzen Sie die Stunden an, die das Programm tatsächlich kostet, und bewerten Sie sie mit dem, was Ihre Stunde heute wert ist.
Dieselbe Rechnung erklärt, warum ein scheinbar teureres Programm mit kompakterem Präsenzrhythmus am Ende günstiger sein kann als ein billigeres mit vielen einzelnen Terminen quer durch die Republik.
Konkrete Gebühren stehen bewusst nicht auf dieser Seite. Sie unterscheiden sich zwischen Anbietern um ein Vielfaches, ändern sich jährlich und wären hier binnen eines Jahres falsch. Holen Sie drei vollständige Kostenaufstellungen ein und vergleichen Sie Summen, nicht Gebühren.
Geld
Förderung und Steuer
Zwei Dinge können die tatsächliche Belastung deutlich senken, und bei beiden kursieren falsche Angaben.
Die Stipendien der SBB, und eine häufige Fehlempfehlung
Die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung setzt im Auftrag des Bundes zwei Programme um. Das Aufstiegsstipendium fördert beruflich Qualifizierte beim Erwerb eines ersten akademischen Abschlusses, auch berufsbegleitend. Das Weiterbildungsstipendium fördert nach abgeschlossener Berufsausbildung über mehrere Jahre hinweg Weiterbildung, einschließlich berufsbegleitender Studiengänge, nicht aber ein Vollzeitstudium.
Der Fehler, der ständig gemacht wird. Das Aufstiegsstipendium wird regelmäßig für MBA-Programme empfohlen. Ein MBA im Anschluss an einen Bachelor ist jedoch ein zweiter akademischer Abschluss und fällt damit üblicherweise aus der Förderung heraus. Relevant bleibt es für den Weg über die Ausbildung ins erste Studium, also eher für Weg 5 mit anschließendem Hochschulweg als für Weg 1.
Weitere Quellen
Bildungskredit des Bundes, umgesetzt mit der KfW: ein befristeter Kredit für fortgeschrittene Ausbildungsphasen, unabhängig vom Einkommen der Eltern.
Arbeitgeberbeteiligung, der in der Praxis häufigste Weg. Fast immer verbunden mit einer Rückzahlungsklausel.
Bildungsurlaub, je nach Bundesland auch Bildungszeit oder Bildungsfreistellung genannt. Die Regelungen unterscheiden sich zwischen den Ländern erheblich, und nicht jedes Land hat eine.
Stiftungen und Branchenfonds, oft wenig beworben und entsprechend wenig beantragt.
Bildungsurlaub: der am häufigsten liegengelassene Anspruch
Der bezahlte Freistellungsanspruch zur Weiterbildung ist Ländersache, und das hat vier praktische Folgen, die man kennen muss, bevor man plant.
Nicht jedes Bundesland hat eine Regelung. In einigen gibt es keinen gesetzlichen Anspruch. Maßgeblich ist in der Regel das Land, in dem sich der Arbeitsplatz befindet, nicht der Wohnort und nicht der Ort der Veranstaltung.
Die Veranstaltung muss anerkannt sein. Anerkennung erfolgt landesspezifisch, und ein in einem Land anerkanntes Angebot ist es im Nachbarland nicht automatisch. Seriöse Anbieter geben an, für welche Länder eine Anerkennung vorliegt.
Es gibt Vorbedingungen und Fristen. Üblich sind eine Mindestdauer des Beschäftigungsverhältnisses und eine Ankündigungsfrist gegenüber dem Arbeitgeber, die mehrere Wochen betragen kann.
Der Arbeitgeber kann unter bestimmten Voraussetzungen ablehnen, etwa aus dringenden betrieblichen Gründen oder wenn zu viele Beschäftigte gleichzeitig freigestellt wären. Eine Ablehnung ist begründungspflichtig und nicht beliebig.
Für ein berufsbegleitendes Studium ist der Anspruch selten die Lösung für den gesamten Präsenzkalender, aber er deckt oft genau die Tage ab, die sonst vom Jahresurlaub abgingen. Da er nicht angespart werden kann und in der Regel verfällt, lohnt sich die Prüfung jedes Jahr neu.
Bezeichnung, Umfang, Anerkennungsverfahren und Fristen unterscheiden sich zwischen den Ländern erheblich und werden geändert. Maßgeblich ist das Gesetz des Landes, in dem Ihr Arbeitsplatz liegt.
Die Rückzahlungsklausel, die fast immer dranhängt
Beteiligt sich der Arbeitgeber, steht in der Vereinbarung regelmäßig eine Bindungsfrist: Wer vor Ablauf kündigt, zahlt anteilig zurück. Solche Klauseln sind grundsätzlich zulässig, aber nicht grenzenlos. Die Rechtsprechung verlangt, dass Bindungsdauer und Rückzahlungshöhe in einem angemessenen Verhältnis zum Vorteil stehen, den die Weiterbildung dem Beschäftigten bringt, und dass die Regelung klar und verständlich formuliert ist. Pauschale oder unverhältnismäßig lange Bindungen halten einer Prüfung häufig nicht stand.
Vier Punkte sind vor der Unterschrift zu klären, und alle vier gehören schriftlich geregelt:
Wie lange läuft die Bindung, gerechnet ab welchem Zeitpunkt, und wie schnell schmilzt der Rückzahlungsbetrag ab?
Was genau ist erfasst, nur die Gebühr oder auch Reisekosten und bezahlte Freistellung?
Welche Fälle lösen die Rückzahlung aus? Eine Eigenkündigung ist etwas anderes als eine betriebsbedingte Kündigung oder ein Abbruch aus Krankheitsgründen.
Was passiert bei Nichtbestehen oder bei einer Verlängerung des Studiums über die geplante Dauer hinaus?
Lesen Sie diese Vereinbarung, bevor Sie zusagen, nicht erst, wenn Sie wechseln wollen. Zu diesem Zeitpunkt ist sie nicht mehr verhandelbar, und genau dann wird sie zum ersten Mal gelesen.
Die steuerliche Behandlung, und warum sie der größte Hebel ist
Nach einer abgeschlossenen ersten Ausbildung oder einem ersten Studium gilt ein MBA oder weiterbildender Master als Zweitausbildung. Die Kosten sind damit Fortbildungskosten und als Werbungskosten abziehbar, und zwar ohne die betragsmäßige Begrenzung, die für die Erstausbildung als Sonderausgaben gilt. Das ist der entscheidende Unterschied und gleichzeitig der am häufigsten verwechselte.
Voraussetzung ist ein Zusammenhang mit der künftigen beruflichen Tätigkeit; rein privat motivierte Bildung fällt heraus. Angesetzt wird im Jahr der Zahlung. Abziehbar sind neben der Gebühr auch Fahrten zu Präsenzphasen, Übernachtungen, Fachliteratur und Arbeitsmittel, was die Belege über zwei Jahre erheblich anwachsen lässt und sich lohnt.
Wer während des Studiums wenig oder nichts verdient, verliert den Abzug nicht zwingend, sondern kann einen Verlustvortrag in spätere Jahre bilden lassen. Die Einzelheiten hängen vom Fall ab, und an dieser Stelle ist eine steuerliche Beratung die günstigste Ausgabe im ganzen Projekt.
Förderbeträge, Programmkonditionen, Bildungsurlaubsregelungen und steuerliche Grenzwerte ändern sich. Hier steht die Systematik; aktuelle Zahlen gehören in datierte Beiträge und auf die Seiten der jeweiligen Stellen.
Danach
Was sich nach dem Abschluss tatsächlich ändert
Die ehrliche Antwort ist unspektakulärer als jede Broschüre und sie ist der Grund, warum diese Seite keine Gehaltsversprechen enthält.
Gehalt
Ein Abschluss verhandelt nicht für Sie. Was sich mit einem Master oder MBA verändert, ist die Verhandlungsposition, nicht automatisch das Gehalt: Sie bekommen Zugang zu Positionen, die formal einen Abschluss verlangen, und ein zusätzliches Argument in einem Gespräch, das Sie trotzdem führen müssen. Wie viel daraus wird, hängt von Branche, Region, Unternehmensgröße, Funktion und Zeitpunkt ab, und deshalb ist jede Einzelzahl, die Ihnen begegnet, für Ihren Fall ungeprüft.
Zwei Muster sind dennoch gut belegt und widersprechen sich nur scheinbar. Beim Arbeitgeberwechsel wirkt ein Abschluss stärker als intern, weil er dort als Nachweis gelesen wird, während er intern mit einer bereits bekannten Leistung konkurriert. Und er wirkt zum Zeitpunkt einer ohnehin anstehenden Veränderung stärker als in einer stabilen Position, in der es keinen Anlass gibt, etwas neu zu verhandeln.
Aufgaben
Die häufigste Rückmeldung von Absolventinnen und Absolventen betrifft nicht den Titel, sondern Gespräche: Diskussionen mit der Geschäftsführung, mit dem Controlling, mit Betriebsräten verlaufen anders, wenn man die Zahlen der Gegenseite lesen und ihre Argumente vorwegnehmen kann. Das ist der Teil, der sich sofort auswirkt, und er lässt sich in keinem Zeugnis darstellen.
Timing
Wer plant, den Abschluss unmittelbar in einen Wechsel umzusetzen, sollte die Bindungsfrist einer etwaigen Arbeitgeberbeteiligung mitrechnen. Die beiden Zeitpunkte kollidieren regelmäßig, und zwar genau dann, wenn das Zeugnis frisch ist und der Markt am aufnahmefähigsten.
Die nüchterne Formulierung. Ein berufsbegleitender Abschluss ist eine Investition in Optionen, nicht in ein Ergebnis. Er macht Wege möglich, die vorher verschlossen waren, und geht niemandem voraus. Wer ihn mit dieser Erwartung beginnt, bricht deutlich seltener ab.
Irrtümer
Zwölf verbreitete Annahmen
Akkreditiert ist akkreditiertProgramm, System und internationale Schul-Siegel sind drei verschiedene Verfahren mit drei verschiedenen Aussagen.
Ein MBA steht akademisch über einem MasterBeide liegen auf derselben Stufe. Unterschiedlich sind Ausrichtung und Bekanntheit, nicht das Niveau.
Das Aufstiegsstipendium passt zum MBAEs fördert den ersten akademischen Abschluss. Ein MBA nach dem Bachelor ist der zweite.
Ohne Bachelor geht nichtsFür beruflich Qualifizierte gibt es Wege, mit Berufserfahrung und Eignungsprüfung. Voraussetzungslos sind sie nicht.
Die Studiengebühr ist der PreisReisen, Prüfungen, Material, Verlängerungen und entgangene Arbeitszeit kommen hinzu, oft in Summe höher.
Berufsbegleitend heißt nebenherDie Belastung ergibt sich aus den ECTS-Punkten, nicht aus dem Präsenzkalender, und liegt regelmäßig darüber.
Studiengebühren sind nur begrenzt absetzbarDas gilt für die Erstausbildung. Eine Zweitausbildung ist als Werbungskosten unbegrenzt abziehbar.
Ein Zertifikat ist ein kleiner AbschlussEs ist kein akademischer Grad. Sein Wert liegt in den anrechenbaren ECTS-Punkten, nicht im Titel.
Fernstudium ist leichterDer Stoff ist derselbe. Was fehlt, ist die Struktur von aussen, und daran scheitern die meisten Abbrüche.
Die Akademie verleiht den GradHäufig vergibt eine kooperierende Hochschule den Abschluss. Wer ihn verleiht, gehört vor der Einschreibung geklärt.
Der Arbeitgeber zahlt, also ohne RisikoEine Beteiligung kommt fast immer mit einer Bindungsfrist und einer Rückzahlungsklausel.
Rankings helfen bei der AuswahlSie bilden überwiegend internationale Vollzeitprogramme ab und sagen über deutsche berufsbegleitende Angebote wenig aus.
Vor der Zusage
Zehn Prüffragen an den Anbieter
Alle zehn sind in einem Telefonat zu stellen, und alle zehn haben eine prüfbare Antwort. Ausweichen ist selbst eine Antwort.
Welche Hochschule verleiht den Abschluss, und wie heißt der Grad genau auf der Urkunde?
Welche Akkreditierungsart liegt vor, von welcher Agentur, und bis wann gilt sie?
Wie viele ECTS-Punkte umfasst das Programm, und wie verteilen sie sich über die Semester?
Wie sieht der Präsenzrhythmus über die gesamte Laufzeit aus, mit Terminen?
Welche Kosten entstehen insgesamt, einschließlich Prüfungs-, Verwaltungs- und Wiederholungsgebühren?
Wie viele Studierende verlängern, und was kostet ein zusätzliches Semester?
Wer unterrichtet die Kernmodule, und mit welchem beruflichen Hintergrund? Fragen Sie nach Funktionen und Erfahrung, nicht nach Namen.
Wann wurden die rechtlichen Module zuletzt überarbeitet?
Welche Zugangsvoraussetzungen gelten in meinem Fall konkret, und welche Nachweise brauchen Sie?
Wie kann ich das Programm testen, bevor ich mich binde? Hospitation, Schnuppermodul oder anrechenbarer Zertifikatskurs.
Wenn Sie nur zwei stellen: die zweite und die fünfte. Die Akkreditierungsart lässt sich anschließend unabhängig nachprüfen, und die vollständige Kostenaufstellung trennt seriöse Anbieter zuverlässig von den übrigen.
Quellen
Wo die verbindlichen Angaben stehen
Für alles, was eine Entscheidung trägt, gilt die Originalquelle und nicht eine Zusammenfassung, auch nicht diese.
Wofür
Zuständig
Akkreditierungsstatus eines Studiengangs
Akkreditierungsrat, Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen, mit öffentlicher Datenbank
Verfahren und Kriterien
Studienakkreditierungsverordnung sowie die Regeln des Akkreditierungsrats
Agenturverfahren im Wirtschaftsbereich
FIBAA und die weiteren vom Akkreditierungsrat zugelassenen Agenturen
Zugangsvoraussetzungen
Landeshochschulgesetz des jeweiligen Bundeslandes und die Ordnungen der Hochschule
Stipendien für beruflich Qualifizierte
Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung
Bildungskredit
Bund gemeinsam mit der KfW
Bildungsurlaub
Die jeweilige Landesregelung; Bezeichnung und Umfang unterscheiden sich
Steuerliche Behandlung
Einkommensteuerrecht; im Einzelfall steuerliche Beratung
Aufstiegsfortbildung
Zuständige Kammer und die bundeseinheitliche Prüfungsordnung
Fragen
Häufige Fragen
Was bedeutet es, wenn ein Studiengang akkreditiert ist?
Das kommt darauf an, welche Akkreditierung gemeint ist. Bei einer Programmakkreditierung wurde der einzelne Studiengang geprüft. Bei einer Systemakkreditierung wurde das Qualitätssicherungssystem der Hochschule geprüft, die daraufhin ihre Studiengänge selbst akkreditiert.
Internationale Siegel wie AACSB, AMBA oder EQUIS betreffen dagegen die Business School als Institution und sagen nichts über die staatliche Anerkennung eines deutschen Abschlusses aus. Die richtige Frage lautet deshalb nicht ob, sondern von wem, in welchem Verfahren und wann zuletzt.
Wer kontrolliert die Akkreditierungsagenturen?
Der Akkreditierungsrat, getragen von der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen. Er zertifiziert die Agenturen, die Akkreditierungen durchführen dürfen, und setzt die Verfahrensregeln. Rechtliche Grundlage ist die Studienakkreditierungsverordnung.
Die FIBAA ist eine dieser Agenturen und auf wirtschafts-, rechts- und sozialwissenschaftliche Studiengänge spezialisiert.
Welche Zugangsvoraussetzungen gelten für einen weiterbildenden Master?
In der Regel ein erster Hochschulabschluss und qualifizierte Berufserfahrung von mindestens einem Jahr. Bei einem MBA wird Berufserfahrung fast immer vorausgesetzt, üblich sind ein bis zwei Jahre.
Die genauen Anforderungen setzt die Hochschule im Rahmen des jeweiligen Landeshochschulgesetzes fest, sie unterscheiden sich also zwischen Bundesländern und zwischen Anbietern.
Geht ein Master oder MBA auch ohne Bachelor?
Für beruflich Qualifizierte ist das in mehreren Bundesländern möglich, aber nie voraussetzungslos. Verlangt werden typischerweise eine abgeschlossene Berufsausbildung, mehrjährige einschlägige Berufserfahrung, häufig Fach- oder Führungsverantwortung sowie eine Eignungsprüfung oder ein Aufnahmegespräch.
Die Hürden sind real und sie werden von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich gesetzt.
Was kostet ein berufsbegleitender MBA wirklich?
Die Studiengebühr ist nur ein Teil. Hinzu kommen Reise- und Übernachtungskosten für Präsenzphasen, Prüfungs- und Verwaltungsgebühren, Literatur und Software sowie der Zeitaufwand, der oft unbezahlten Urlaub oder reduzierte Arbeitszeit bedeutet.
Die Spanne zwischen Anbietern ist erheblich, weshalb ein Vergleich nur über die Summe aller Posten sinnvoll ist und nicht über die Gebühr allein.
Ist das Aufstiegsstipendium für einen MBA geeignet?
In der Regel nicht. Das Aufstiegsstipendium der SBB fördert beruflich Qualifizierte beim Erwerb eines ersten akademischen Abschlusses. Ein MBA im Anschluss an einen Bachelor ist ein zweiter Abschluss und fällt damit üblicherweise heraus.
Das Weiterbildungsstipendium derselben Stiftung zielt auf Weiterbildung nach der Berufsausbildung und fördert berufsbegleitende Formate, nicht aber ein Vollzeitstudium.
Sind die Kosten eines MBA steuerlich absetzbar?
Nach einer abgeschlossenen ersten Ausbildung oder einem ersten Studium gilt ein MBA als Zweitausbildung. Die Kosten sind dann Fortbildungskosten und als Werbungskosten abziehbar, ohne die betragsmäßige Begrenzung, die für die Erstausbildung als Sonderausgaben gilt.
Voraussetzung ist ein Zusammenhang mit der künftigen beruflichen Tätigkeit. Angesetzt wird im Jahr der Zahlung.
Was ist der Unterschied zwischen MBA und einem Master in Personalmanagement?
Ein MBA ist generalistisch angelegt und vermittelt Management über alle Funktionen hinweg, mit HR als Schwerpunkt. Ein fachlicher Master in Personalmanagement geht in der Sache tiefer und bleibt enger im Fach.
Für eine Laufbahn in Richtung Geschäftsführung spricht eher der MBA, für eine fachliche Spezialisierung eher der Fachmaster.
Lohnt sich ein Hochschulzertifikat statt eines ganzen Studiums?
Häufig ja, als erster Schritt. Zertifikatskurse dauern Wochen bis Monate, kosten einen Bruchteil und bringen ECTS-Punkte, die bei vielen Hochschulen später auf ein Studium angerechnet werden können.
Wer unsicher ist, ob ein mehrjähriges Programm zum eigenen Leben passt, testet damit sowohl das Thema als auch die eigene Belastbarkeit.
Wie viel Zeit kostet ein berufsbegleitendes Studium pro Woche?
Rechnen Sie über die ECTS-Punkte statt über die Präsenztermine. Ein ECTS-Punkt steht für einen definierten Arbeitsaufwand einschließlich Selbststudium und Prüfungsvorbereitung.
Aus der Gesamtzahl der Punkte und der Programmdauer ergibt sich die realistische Wochenbelastung, und sie liegt fast immer deutlich über dem, was der Präsenzkalender vermuten lässt.
Zahlt der Arbeitgeber mit, und was hängt daran?
Eine Beteiligung ist verbreitet und fast immer an eine Rückzahlungsklausel gebunden, die bei einem Wechsel innerhalb einer Bindungsfrist greift.
Solche Klauseln sind nicht unbegrenzt zulässig, und Dauer und Höhe müssen in einem angemessenen Verhältnis zum Vorteil stehen. Lesen Sie die Vereinbarung vor der Zusage und nicht vor der Kündigung.
Woran erkennt man einen unseriösen Anbieter?
An ausweichenden Antworten auf prüfbare Fragen. Wer die Akkreditierungsart nicht benennt, den akademischen Grad und die verleihende Hochschule nicht klar trennt, keine vollständige Kostenaufstellung herausgibt oder bei den Zugangsvoraussetzungen vage bleibt, hat entweder etwas zu verbergen oder arbeitet unsauber.
Beides ist ein Grund weiterzusuchen.
Begriffe
Glossar
Akkreditierungsrat
Zentrale Stelle, getragen von der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen. Zertifiziert die Agenturen und setzt die Verfahrensregeln.
Aufstiegsfortbildung
Fortbildung zu einem öffentlich-rechtlichen Abschluss nach bundeseinheitlicher Ordnung, erreichbar ohne Studium.
Aufstiegsstipendium
Bundesprogramm, umgesetzt durch die SBB, für beruflich Qualifizierte beim ersten akademischen Abschluss.
Beurlaubung
Geregelte Unterbrechung des Studiums für ein oder mehrere Semester, etwa wegen Krankheit, Elternzeit oder beruflicher Belastung. Steht in jeder Prüfungsordnung und wird selten genutzt.
Modulhandbuch
Dokument, das Inhalte, Umfang, Reihenfolge und Prüfungsleistungen aller Module beschreibt. Öffentlich und die beste Quelle vor einer Einschreibung.
Studien- und Prüfungsordnung
Rechtlich verbindliche Ordnung der Hochschule zu Zulassung, Prüfungsversuchen, Fristen und Abschluss.
Transferarbeit
Prüfungsform, bei der Studieninhalte auf das eigene Unternehmen angewendet werden. Effizient, setzt aber eine Freigabe des Arbeitgebers voraus.
Zeugnisbewertung
Einstufung eines ausländischen Hochschulabschlusses für den Zugang in Deutschland. Getrennt von der berufsrechtlichen Anerkennung.
Beruflich Qualifizierte
Personen mit Berufsausbildung und einschlägiger Praxis, die über besondere Zugangswege studieren können.
Bildungskredit
Befristeter Kredit des Bundes gemeinsam mit der KfW für fortgeschrittene Ausbildungsphasen.
Bildungsurlaub
Freistellung zur Weiterbildung nach Landesrecht, je nach Bundesland auch Bildungszeit oder Bildungsfreistellung genannt.
CAS
Certificate of Advanced Studies. Zertifikatsformat mit ECTS-Punkten unterhalb eines vollständigen Studiengangs.
ECTS
Punktesystem für den Arbeitsaufwand eines Moduls, einschließlich Selbststudium. Grundlage jeder realistischen Zeitplanung.
Eignungsprüfung
Verfahren, mit dem ohne ersten Hochschulabschluss die Studierfähigkeit festgestellt wird.
FIBAA
Vom Akkreditierungsrat zugelassene Agentur mit Schwerpunkt auf wirtschafts-, rechts- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen.
Konsekutiver Master
Master, der inhaltlich direkt auf einen Bachelor aufbaut, üblicherweise ohne Berufserfahrungserfordernis.
Programmakkreditierung
Externe Prüfung eines einzelnen Studiengangs durch eine zugelassene Agentur.
Rückzahlungsklausel
Vereinbarung, nach der ein Arbeitgeberzuschuss bei Ausscheiden innerhalb einer Bindungsfrist anteilig zurückzuzahlen ist.
Sonderausgaben
Steuerliche Abzugskategorie mit Höchstbetrag, einschlägig bei der Erstausbildung.
Systemakkreditierung
Prüfung des internen Qualitätssicherungssystems einer Hochschule, die danach eigene Studiengänge akkreditiert.
Verlustvortrag
Übertragung nicht genutzter Werbungskosten in spätere Jahre, wenn im Zahlungsjahr zu wenig Einkommen vorliegt.
Weiterbildender Master
Masterstudiengang, der Berufserfahrung voraussetzt. Der MBA ist der bekannteste Vertreter.
Werbungskosten
Beruflich veranlasste Aufwendungen, unbegrenzt abziehbar. Einschlägig bei einer Zweitausbildung.
Zweitausbildung
Jede Ausbildung nach einer abgeschlossenen ersten Ausbildung oder einem ersten Studium.
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